„Klee" macht beim Casting eine gute Figur

Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes
sichtet in der Siegburger City den Nachwuchs

Klee-CastingEin wenig Anspannung ist bei Marion Tegetmeier und Labrador „Klee" vor dem Casting schon zu spüren. Nahe des Bahnsteiges hinterm Siegburger ICE-Bahnhof hat sich auch Hundedame Fenya mit Brigitte Leppelt am Treffpunkt eingefunden. Die Bordercollie-Hündin und ihr Frauchen sind erkennbar aufgeregt, was da in den nächsten zwei Stunden auf sie warten wird. Ge­sucht werden Vierbeiner, die sich als „Mantrailer", sprich zur Perso­nensuche, eignen: Für seine Ret­tungshundestaffel hält der Arbei­ter-Samariter-Bund Bonn/ Rhein-Sieg (ASB) Ausschau nach Nach­wuchs. Vier Hunde samt Halterin­nen stellten sich beim Eignungs­test in der City den kritischen Au­gen der Experten um Oliver Muth von der Rettungshundestaffel. Insgesamt acht Termine müs­sen Fenya, Klee & Co samt ihrer Frauchen absolvieren, bis klar ist, ob die zum „Mantrailer" taugen. Neben theoretischen Anforderun­gen an die Hundebesitzerin geht es dabei natürlich auch um We­sens- und Charakterfestigkeit des Hundes, erklärt Muth. Dessen Staffel zählt derzeit neun Hunde und zwölf Hundeführer. Zum Ein­satz kommen sollen die Spürna­sen immer dann, wenn es gilt, ei­nem Menschen auf die Spur zu kommen. „Es kann sich um ein vermisstes Kind genauso handelt wie eine demente Seniorin", führt Fachmann Muth aus. Interessant könnte ein Mantrailer auch für Kriminalisten sein, „wenn etwa der Laufweg eines Bankräubers rekonstruiert werden soll". Bis es soweit ist, müssen die Kandidaten in der Fußgängerzone ihre Fähigkeiten unter Beweis stel­len. Das ist nötig, „weil auch in­nerstädtische Bereiche zu unseren Einsatzgebieten zählen", so Muth. Daher kommt es darauf an, dass die Hunde auch dort gelassen und ruhig blieben, wo viele Menschen unterwegs sind. Dass mussten die Vierbeiner bei verschiedenen Übungen unter Beweis stellen, so bei einer Übung am S-Carree, wo sie angeleint mit ansehen muss­ten, wie Frauchen für ein paar Au­genblicke aus ihrem Sichtfeld ent­schwindet. Eine weitere Übung war, auf dem Markt auf einen Steinquader zu springen. Labra­dor „Klee" bestand die Prüfungen mit Bravour. Wenn es mit dem Eignungstest klappen würde, wä­re Marion Tegetmeier froh: „Da er als Labrador nicht schwimmen will, muss man sich andere Dinge einfallen lassen."