Siegburger Feuerwehr probt Ernstfall
Rettungskräfte simulieren Flugzeugabstürze über der Wahnbachtalsperre

"Über der Wahnbachtalsperre sind zwei Flugzeuge zusammengestoßen!" So lautete die Alarmmeldung für Polizei und Feuerwehr, und Sekunden später heulten in allen Siegburger Stadtteilen am Samstagnachmittag die Sirenen. Siegburgs Feuerwehrchef Thomas Glatz hatte die streng geheime Übung geplant, um feststellen zu können, was im Katastrophenfall an einem Samstagnachmittag an Einsatzkräften zur Verfügung steht. Und die angenommene Lage barg alle Schwierigkeitsgrade: Zwei Sportflugzeuge waren in der Luft über dem Wahnbachtalsperrengelände und den angrenzen Waldflächen bei Siegelsknippen zusammengestoßen. Brennende Trümmer hatten Gebäudeteile und Waldflächen in Brand gesetzt, wo es auch Verletzte zu bergen galt. Auch die angrenzende Tankstelle des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) drohte in Flammen aufzugehen. "Zeugen" hatten Fallschirmspringer und Körper aus den kollidierten Flugzeugen stürzen sehen.
Innerhalb weniger Minuten erreichten rund 130 Einsatzkräfte den vermeintlichen Unglücksort. Die Siegburger Feuerwehr und die Löschgruppe Birk hatten die Brände schnell im Griff. WTV-Chef Norbert Eckschlag hatte das großflächige Gelände der Feuerwehr zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt und verfolgte aufmerksam den Einsatz.
Das Technische Hilfswerk suchte während der Löscharbeiten zusammen mit der Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes Bonn-Rhein-Sieg die Umgebung nach Toten und Verletzten ab, die als Plastikpuppen an der Staumauer und hoch in Bäumen versteckt waren und nur unter Schwierigkeiten geborgen werden konnten.
Das war ein echtes Problem für die Retter und Feuerwehrchef Glatz, der hier noch ziemlichen Übungsbedarf sieht und in Zukunft jährlich eine Großübung mit allen Kräften abhalten will.
Generalanzeiger-Online: Artikel vom 09.11.2009 von Holger Arndt
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Die Übung aus Sicht unserer Staffel:
Gegen 14:40 heulten in Siegburg die Sirenen, knapp 15 Minuten später erhielt unsere Staffel die Alarmierung. Zeitgleich trafen die Mantrailer des ASB Bonn/Rhein-Sieg mit den Kollegen aus der Fläche im zugewiesen Bereitstellungsraum (Nähe Franzhäuschen) ein. Dort hieß es dann erst einmal warten. Nachdem klar war, dass im Schadensgebiet nach vermissten Personen gesucht werden muss, durften wir bis an den eigentliche Einsatzort vorrücken. Vom zuständigen Abschnittsleiter wurden wir in die aktuelle Situation eingewiesen. Da das vorgefundene Szenario keine Möglichkeit für den Einsatz von Mantrailern bot, konnten wir uns darauf konzentrieren die Kollegen mit ihren Flächensuchhunden bei ihrem Einsatz zu unterstützen. Die Flächenteams wurden eingeteilt und durch die Rettungshundeführer und Einsatzhelfer der ASB Bonn/Rhein-Sieg Staffel ergänzt. Der Plan war als erstes die Suchhundeteams in den zugeteilten Suchabschnitt zu schicken, denen dann eine Suchkette des Technischen Hilfswerkes nachfolgen sollte. Bereits nach wenigen Minuten schlug einer der Hunde an und das Suchteam konnte den Fund einer Person melden. Dabei handelte es sich um einen Fallschirmspringer, der sich noch aus der abstürzenden Maschine retten konnte, bei der Landung jedoch mit seinem Schirm hoch oben in einem Baum hängen blieb. Die Bergung aus dieser misslichen Lage wurde von den Kollegen des THW übernommen. Durch Zeugenaussagen hatte man seitens der Einsatzleitung die Vermutung, dass noch ein weiter Körper vom Himmel gefallen sein könnte. Ein zusätzlicher Suchabschnitt wurde deshalb von den Flächensuchhunden „durchkämmt“ und konnte frei gemeldet werden. Fündig wurden dann die Kollegen des THW’s, die mit einer weiteren Suchkette einen anderen Abschnitt kontrollieren sollten und schließlich unter Trümmerteilen eine weitere Person finden konnten.
Ein weiterer Bericht in der Rhein-Sieg-Rundschau:


